Das französische Technologieunternehmen Haffner Energy stellt mit SB-HEFA (Solid Biomass to HEFA) einen neuen Produktionsweg für erneuerbaren Diesel und Sustainable Aviation Fuel (SAF) vor. Der Ansatz soll vor allem eine Schwachstelle klassischer HEFA-Verfahren adressieren: die begrenzte Verfügbarkeit und die hohen Kosten geeigneter Öle und Fette als Feedstock (Ausgangsrohstoff). Statt gebrauchtem Speiseöl oder tierischen Fetten setzt Haffner hingegen auf feste Restbiomasse als Ausgangsstoff für die Synthese von HVO und SAF.
Dafür wird die Biomasse zunächst mit Haffners Thermolysetechnologie in ein biogenes Öl umgewandelt. Nach der Aufbereitung und Filtration folgt eine Hydrodeoxygenierung, wie sie auch bei etablierten HVO- und HEFA-Verfahren eingesetzt wird. Am Ende sollen daraus Renewable Diesel beziehungsweise HVO sowie SAF entstehen. Der Vorteil des Ansatzes liegt nach Angaben des Unternehmens vor allem im wesentlich größeren und günstigeren Rohstoffangebot. Haffner beziffert die Kosten für feste Restbiomasse auf etwa 10 bis 30 Euro pro MWh, während gebrauchtes Speiseöl 2026 bei umgerechnet rund 100 bis 120 Euro pro MWh liege.
Haffner geht deshalb davon aus, dass sich die Produktionskosten mit SB-HEFA gegenüber konventionellen Verfahren um bis zu 50 Prozent reduzieren lassen und damit näher an das Kostenniveau fossiler Kraftstoffe heranrücken könnten. Wichtig dabei: Diese Werte sind derzeit eine Prognose des Technologieanbieters und noch kein Nachweis aus einer großskaligen kommerziellen Produktion.
Sollte sich das Verfahren im industriellen Maßstab bewähren, wäre vor allem die Erweiterung der Rohstoffbasis interessant. Der Ausbau von HVO und HEFA-SAF konkurriert heute um begrenzte Mengen geeigneter Abfallöle und Fette. Die Nutzung von Reststoffen aus Forst- und Landwirtschaft könnte hier zusätzliche Rohstoffquellen erschließen und die Abhängigkeit von klassischen Lipid-Feedstocks reduzieren.
Quelle: haffner-energy.com
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