Auch abseits der Straßen spielt Nachhaltigkeit eine große Rolle – besonders in sensiblen Bergregionen. Im Interview mit eFUEL-TODAY erklärt Florian Eisath, Geschäftsführer der Bergbahnen Carezza Dolomites, wie ganzheitliche Nachhaltigkeit im Ski- und Wandergebiet unterhalb von Rosengarten und Latemar in den Dolomiten in der Praxis aussehen kann.
Eine tragende Säule war laut Eisath dabei die Umstellung des Fuhrparks auf HVO – vor allem bei den Pistenraupen, also den größten Verbrauchern im Fuhrpark. Auslöser war die eigene CO₂-Bilanz und der Anspruch, den CO₂-Impact im Einklang mit der Natur noch weiter zu senken, ohne Technikrisiken einzugehen. Die Erfahrung in Carezza zeigt: Problemloser Fuhrpark-Betrieb, inklusive der Freigaben der Pistenfahrzeug-Lieferanten. Moderne Euro-6-Motoren sind dafür bereits ausgelegt bzw. zertifiziert, um mit modernen Kraftstoffen wie HVO100 betrieben zu werden. Mehr dazu findet sich auch in einem Bericht des Fahrzeugherstellers Prinoth.
Und es bleibt nicht nur bei einem Hebel. Carezza versteht sich als progressiver Betrieb, der sich jedes Jahr neu hinterfragt und Maßnahmen nachschärft – von E-Mobilität und E-Bikes für Mitarbeitende bis zur Weiterentwicklung interner Abläufe. Der nächste Schwerpunkt ist die autarke Energieproduktion, insbesondere über Photovoltaik. Für interessierte Besucher der Region bietet Carezza Dolomites im Winter regelmäßige Tech-Touren durch das Skigebiet an, bei denen die technischen Anlagen im Detail erklärt werden.
Hier erfährst Du mehr zum Thema Nachhaltigkeit in Carezza.
Im Interview: Florian Eisath, Carezza Dolomites
eFUEL-TODAY: Hallo! Stellt Euch oder Dich doch bitte einmal kurz vor!
Eisath: Mein Name ist Florian Eisath, ich bin Geschäftsführer der Bergbahnen in Carezza Dolomites – wie der Name schon sagt, in den wunderschönen Dolomiten nahe Bozen. Wir betreiben hier ein Ski- und Wandergebiet unterhalb des Rosengartens und des Latemars.
Was ist denn das Besondere am Skigebiet Carezza und welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei euch?
Eisath: Die Besonderheiten von Carezza, neben der unglaublich schönen Natur, sind unser Einsatz für Nachhaltigkeit – insbesondere für ganzheitliche Nachhaltigkeit. Gerade in einem Berggebiet wie unserem ist die ökologische Nachhaltigkeit sehr wichtig, aber auch die soziale und die ökonomische. Durch den Betrieb der Bergbahnen bieten wir ein hochqualitatives Angebot, das aber natürlich im Einklang mit der Natur stehen muss.
Was war der konkrete Auslöser dafür, den Fuhrpark auf HVO umzustellen?
Eisath: Der konkrete Auslöser, unseren Fuhrpark auf HVO umzustellen, war, dass wir nach einer Methode gesucht haben, unseren CO₂-Impact noch weiter zu senken. Wir erstellen ja seit Jahren eine CO₂-Bilanz und haben nach weiteren Ansätzen gesucht. In einem Gespräch mit einem Bergbahnenbetreiber in Deutschland, Henrik Vollpert, bin ich darauf gekommen. Er hat mir gesagt, dass sie das testweise angehen, und wir haben uns dann gleich informiert und angefangen, es umzusetzen.
Ihr verwendet HVO ja nicht nur in PKWs – sondern auch in Pistenraupen. Wie ist eure Erfahrung mit HVO aus technischer Sicht?
Eisath: Wir verwenden HVO insbesondere für unsere Pistenraupen – und eben nicht nur für unsere Betriebsfahrzeuge. Den großen Verbrauch verursachen die „kleinen Dinger“ hier im Hintergrund (Anmerkung eFUEL-TODAY: die Pistenraupen). Unsere Erfahrung ist eigentlich lupenrein: Wir haben überhaupt keine Probleme und haben sogar die Freigaben der Produzenten, also der Lieferanten der Pistenfahrzeuge. Die neuen Generationen sind alle Euro-6-Motoren; diese sind bereits auf HVO ausgelegt bzw. zertifiziert. Wir haben die Freigaben und aus dieser Sicht keine Bedenken.
Habt ihr weitere Pläne für die nachhaltige Zukunft des Skigebiets?
Eisath: Carezza Dolomites steht allgemein für progressives Handeln und Weiterentwicklung, immer am Ball bleiben. Das heißt, wir haben natürlich weitere Pläne für die Entwicklung des nachhaltigen Wirtschaftens. Wir stellen uns jedes Jahr neu infrage, suchen kleinere und größere Maßnahmen zur Reduktion von CO₂ – z. B. mit der Förderung von E-Mobilität oder E-Bikes für unsere Mitarbeitenden, beim Überarbeiten von Menüs für unsere Mensa. Ein Bereich, in den wir uns jetzt stark hinbewegen, ist die autarke Energieproduktion: Wir entwickeln uns dort stark in Richtung Photovoltaik.
Können sich interessierte eure Technologie und Eure Anlagen in der Praxis auch mal anschauen und mit euch in Austausch treten?
Eisath: Carezza Dolomites macht nicht nur, sondern spricht auch gerne darüber. Deshalb sind wir sehr froh, wenn es interessierte Gäste gibt. Dafür bieten wir regelmäßige Tech-Touren durch das Skigebiet an. Jeden Dienstag im Winter kann man sich dafür anmelden und dann mit dem Präsidenten der Außenanlagen, meinem Vater, auf Tour gehen. Er ist einer der Mitbegründer von TechnoAlpin, dem Weltmarktführer für Beschneiungsanlagen, technisch sehr versiert – und jeden, den das interessiert, hat jeden Dienstag diese Möglichkeit.
eFUEL-TODAY: Vielen Dank für das Interview!
Link Carezza Dolomites: https://carezza.it/de/bergbahnen/nachhaltigkeit/ganzheitlicher-nachhaltigkeitsprozess
Link Fahrzeughersteller: https://www.prinoth-snowgroomers.com/de/news/gruene-loesungen-hvo-im-test
Bilder: © eFUEL-TODAY





