Der frühere Leiter der PSA-Gruppe (Citroën, DS, Opel, Peugeot) und heutige Leiter des Stellantis-Konzerns sieht noch einige Herausforderungen und Probleme, welche die Elektromobilität mit sich bringt.

In einem Interview mit dem Handelsblatt bestätigte er erneut seine Bedenken gegenüber der Transformation in der Automobilindustrie hin zu Elektroautos. Seiner Meinung nach besteht ein hohes Risiko, dass sich ein großer Teil der Bürger der Mittelschicht in Zukunft keinen Neuwagen mehr leisten können, was auch der Automobilindustrie langfristig schaden kann. Denn Elektroautos werden auch in naher Zukunft noch deutlich teurer sein, als vergleichbare Verbrenner, die beispielsweise mit synthetischen Kraftstoffen (E-Fuels) betrieben werden könnten.

Zwar verstehe er die Entscheidung der Politik, dass Ende des Verbrenners zu forcieren, dennoch ist er der Meinung, es hätte billigere und schnellere Methoden zur Reduzierung von Emissionen gegeben. Die Autohersteller haben zum Einen kaum Freiheiten, um andere Ideen der Elektrifizierung zu entwickeln und müssen auf der anderen Seite ihre Produktivität deutlich steigern, um die Wachstumsziele einzuhalten. Denn Ziel ist es, die hohen Kosten für Elektroautos künftig so weit und so schnell wie möglich zu begrenzen, was nur durch entsprechende Skalierungen in den Produktions- und Lieferketten möglich ist.

Die bisher geplanten Emissionsvorgaben der EU-Kommision bis 2035 verbieten faktisch den Verbrenner, so Tavares. Die Autohersteller müssten somit schnell mit der Transformation ihrer Fabriken beginnen. Stellantis hat damit bereits begonnen.

Die Skepsis gegenüber der Elektromobilität

Für Tavares ist klar, erst in zehn oder fünfzehn Jahren wird sich zeigen, wie stark die Elektrifizierung die Treibhausgasemissionen reduziert. Hier betonte er besonders den CO2-Fußabdruck der Batterie. Bei dem bisherigen Stand müsse ein Elektroauto 70.000 Kilometer fahren um die CO2-Bilanz der Batterieherstellung auszugleichen.

Ein weiteres wichtiges Thema sind die Subventionen, denn damit Elektroautos erschwinglich bleiben müssen diese bis mindestens 2025 beibehalten werden. Doch ist das möglich? In Deutschland gibt es derzeit bis zu 6.000€ Zuschuss. Doch bereits jetzt ist ersichtlich, dass die Subventionen im Kontext der Haltedauer auch schnell zum neuen subventionsgeförderten Autoexport in das Ausland beitragen, entgegen der Ziele der Politik.

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